Den Blick verändern.

Angst vor der Ent-Scheidung

Ich war verzweifelt. Mein Lebenskonzept schien regelrecht zu zerbröckeln. Dennoch fühlte ich mir einen starken Impuls, dass es so nicht weiter gehen konnte. Ein halbes Jahr brauchte ich zu erkennen, dass meine Ehe im Argen lag bzw. dass sie der Grund war, weshalb ich keine Lebensfreude mehr verspürte. Zuerst suchte ich den Fehler für mein Unglücklichsein bei mir, aber schlussendlich musste ich einsehen, dass es an der Beziehung lag.

Dennoch klammerte ich mich daran fest. Innerlich war ich aber zerrissen und unglücklich. Haus, Ehe und Kind hatte immer zu meinem Lebenskonzept gehört. Meine Eltern lebten mir die Werte vor, sich durchzubeißen und nicht aufzugeben. So hatte das auch bei mir zu sein. Die Ehe aufzugeben war ein großer Fauxpas und ich hatte Angst davor, diesen Weg zu beschreiten.

In dieser Situation suchte ich Halt und Orientierung. Innerlich wusste ich, welchen Weg ich für mich gehen musste, doch hatte ich unsagbare Angst davor, die Entscheidung zu fassen. Angst vor unheimlich vielem:

  • Meinem Mann den Teppich unter den Füßen weg zu ziehen
  • Meiner Tochter das gemeinsame Familienleben zu entziehen
  • Meine Eltern zu enttäuschen
  • Mein (vermeintlich) eigenes Lebenskonzept über Bord zu werfen
  • Versagt zu haben
  • Vor der dem, was kommen mochte…

Diese Angst lähmte mich und ich schob die Entscheidung vor mich her. Lieber doch die Zähne zusammen beißen und an dem Ideal festhalten? Ich konnte nicht mehr. Die bevorstehende Entscheidung lastete sehr schwer auf meinen Schultern – vor allem, weil ich damit nicht nur mein Leben dadurch beeinflussen würde, sondern direkt drei.

 

Ich suchte Halt und vor allem nach Personen, die mir diese Entscheidung abnehmen würden (ich bat sogar eine Astrologin, mir desbezüglich die Sterne zu lesen), doch schlussendlich sah ich ein, dass die Verantwortung ganz allein meine war. Ich selbst musste den Mut dazu aufbringen, diesen Weg zu gehen. Einem Weg zu mir und meinem persönlichem Glück.

Schlussendlich bin ich sehr dankbar dafür, dass ich es damals gewagt habe, mich gegen Werte, Glaubenssätze und vor allem auch meine Angst anzugehen. Es war ein tiefes Tal der Tränen, Unsicherheit und orientierungslose Neuausrichtung. Inzwischen scheint aber wieder die Sonne für mich und es hat sich einiges verändert. Wir haben es geschafft, den Rosenkrieg zu vermeiden, erziehen unsere Tochter harmonisch im Wechselmodell, leben beide inzwischen in neuen, glücklicheren Beziehungen und gehen unseren Weg – jeder für sich.

Was ich für mich aus dieser Geschichte gelernt habe:

  • Erst wenn der Schmerz zu unangenehm wird, öffnet man sich für eine Veränderung. Viel zu oft beißen wir vorher noch die Zähne zusammen, getreu dem, was wir früher in unseren Elternhäusern zu hören bekamen: „reiß dich zusammen“ oder „das ist schon o.k. so“. Dabei sollten wir uns stets darum kümmern, dass unser eigenes Leben auch lebenswert bleibt. Ganz egal, welche Konsequenzen dies mit sich bringt.
  • Man sollte nicht stoisch an Werten oder Glaubenssätzen festhalten. Vor allem dann, wenn sie uns unglücklich machen, sollten wir anfangen, sie zu hinterfragen.
  • Jeder trägt die Verantwortung für sein Leben. Die Entscheidungen, die auf dem Weg liegen kann einem keiner abnehmen.
  • Wir können immer nur gute Entscheidungen treffen. Keiner trifft absichtlich eine schlechte Entscheidung. Die Informationen, die wir vielleicht später haben und uns rückblickend anders entscheiden lassen würden, sind zu dem Zeitpunkt bei der Entscheidung nicht da. Also dürfen diese nicht ins Gewicht fallen.
  • Wenn man sich seiner Angst stellt und über den Sprung ins Ungewisse wagt, kann sich viel Gutes entwickeln. Schließlich trifft man ja eine Entscheidung, weil die derzeitige Situation nicht mehr tragbar ist. Es kann also eigentlich nur besser werden – wenn auch nicht immer auf dem direkten Weg.

Herausfinden, wer man ist und was einen glücklich macht, kann man nur, wenn man sich ausprobiert. Immer wieder versuche ich Neues. Manches wird ein neuer Bestandteil meines Lebens und manches lasse ich wieder los. Ich ermutige jede/n, die/der sich denkt „das kann doch noch nicht alles gewesen sein“, die Verantwortung für ihr/sein Leben zu übernehmen und Neues auszuprobieren, um sich und seinem Glück immer mehr auf die Spur zu kommen. Sei es dir selbst wert!

Gerne stehe ich dir auf deinem Weg auch zur Seite und helfe dir bei der Orientierung. Weitere Infos zu meiner Unterstützung findest du hier: https://www.facebook.com/BeratungEbel/ oder www.alice-ebel.de

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